Ein wunderbar lebendig geschriebener Erlebnisbericht über erste und eigene Erfahrungen mit beruflichen Lösungsaufstellungen:

Um den Jahreswechsel 2012/2013 habe ich mich mit einem guten Freund getroffen, um mit ihm über meine soziale Situation und mögliche berufliche Perspektiven zu sprechen. Von meinem Freund, der bei einer Behörde arbeitete, die sich genau mit solchen Fragen und Problemen befasste, erhoffte ich mir kompetente Auskünfte darüber, wie ich meinen künftigen beruflichen Lebensweg gestalten könnte. Nachdem wir über alles Mögliche gesprochen hatten, schlug er mir vor, die ganze Frage doch mit Hilfe einer Aufstellung zu klären. Er hätte da eine Ausbildung gemacht und würde mit einem Systembrett und abstrakt geformten Stellvertretersteinen arbeiten. Voraussetzung wäre allerdings, dass wir gemeinsam eine lösungsorientierte Frage formulierten, die dann mittels einer solchen Aufstellung geklärt werden könnte.

Aufstellungsarbeit war mir bis dahin nur mit realen Personen bekannt. So wusste ich zwar durchaus etwas mit dem Begriff der “Familienaufstellung“ anzufangen, mich schreckte aber immer der damit verbundene therapeutische Anspruch. Da das aber von meinem Freund verneint wurde und ich ihn zudem auch als jemanden kennen und schätzen gelernt hatte, der eben nicht den „verklärten Gutmenschen“ mit Helfersyndrom abgab, willigte ich spontan ein.  Ich war neugierig geworden und bereit…
Bereits wenige Tage nach diesem Gespräch trafen wir uns bei ihm zuhause zur  Aufstellung. Die durchaus edel wirkende Verarbeitung des Systembretts erstaunte mich ebenso wie die der abstrakt geformten Symbolsteine. Vor allem diese Steine hatten es mir sofort angetan – ihr archaisches Aussehen und die  Berührung der Lava-Steine lösten eine innere Zuwendung und Bereitschaft in  mir aus, mich zuversichtlich auf den dann folgenden Prozess der Aufstellung einzulassen. Nachdem mir mein Freund das Procedere der Aufstellung, also quasi die „Spielregeln“, erläutert hatte, war auch die lösungsorientierte Frage schnell gefunden: „Was muss ich tun, um in nächster Zeit gut Geld zu verdienen?“ Die dafür nötigen Elemente, Faktoren und/oder Personen waren noch relativ mühelos zu benennen.
Doch die Auswahl der Stellvertretersteine und erst recht  das Äußern von damit verbundenen Vorstellungen und Gefühlen gestaltete sich deutlich schwieriger. So etwas war ich gar nicht gewohnt. Doch neben der  Herausforderung stellte sich auch ein gewisser Reiz ein, den Gefühlen freien Lauf zu lassen und der eigenen Intuition zu vertrauen. Dieses gute Gefühl zog sich dann auch durch den gesamten Aufstellungsprozess, der von meinem Freund sehr einfühlsam und wertschätzend vorangebracht wurde. Auch die Enttäuschung über das als „ziemlich dürftig“ empfundene Ergebnis der  Aufstellung wurde damals recht schnell von der Erkenntnis abgelöst, dass es die falsche Fragestellung war. Nein, mir ging es gar nicht vor allem um den Gelderwerb – mir ging es darum, etwas sinnvolles, mich ausfüllendes zu tun!  Der Verdienst würde sich dann schon einstellen.
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis und zugegebenermaßen fasziniert von der Arbeit mit diesem Tool vereinbarte ich mit meinem Freund eine weitere Sitzung. Dann sollte die Frage „Was muss ich tun, um eine für mich sinnvolle und ausfüllende Tätigkeit aufzunehmen?“ behandelt werden. Bereits eine Woche später trafen wir uns erneut. Bei dieser zweiten Aufstellung war ich mit dem gesamten Procedere natürlich schon vertrauter, so dass sich der Prozess der Simulation sehr dynamisch und mit einem klaren Erkenntnisgewinn für mich gestaltete!

Quelle:  Abschlussarbeit (C) Georg Diederichs