Während des Jahres 2014 ist mir der Begriff  Minimalismus (Twitter, Google) oft über den Weg gelaufen. Und damit verbunden, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Besitz, Glück und Lebenszufriedenheit. Kein einfaches Thema. Der Tenor der Minimalismus-Diskussion geht augenblicklich in die Richtung “Weniger besitzen bedeutet mehr Lebensqualität” und im Extremfall “Nichts besitzen ist am Besten”. Sehr bemerkenswert sind dabei die Menschen, die versuchen ohne Geld und Einkommen zu leben. Also einen radikalen neuen Lebensstil freiwillig verfolgen.

Die Aufforderung zum Besitzen in Medien und als Geisteshaltung ist allgegenwärtig. Ganze Dienstleistungsbranchen leben ausschließlich von der Verbreitung dieser Botschaft.  Da erscheint eine Reaktion darauf  als gesunde Konsequenz. Nicht nur im Sinne einer gesellschaftlichen Gegenbewegung, sondern als persönliche Fragestellung “Welches ist in diesem Zusammenhang mein eigener Weg?”

Ich suche immer nach handhabbaren einfachen Umsetzungen.  Da bin ich ganz Minimalist. Wenn es zu kompliziert und aufwendig wird, scheitert die Integration in den Alltag. Es gibt viele Ansätze und Versuche Minimalimus in das tägliche Leben zu integrieren. Wichtiger als eine Fixierung auf Zahlen “500 Dinge reichen im Leben” oder “20 Kleidungsstücke sind genug” empfinde ich einen Ansatz, den Dörte Giebel in ihrem Jahresrückblick erwähnt.

Dörte Giebel stellt die “Kunmari -Methode” vor.   In meinen Augen ist die Fragestellung: “Macht mich der einzelne Gegenstand glücklich?” zentral. Wer es etwas weniger anspruchsvoll möchte, kann auch erst einmal die Besitztümer aussortieren, die ein negatives Gefühl oder eine negative Assoziation auslösen.

Dieses praktische Herunterbrechen auf die konkrete Frage “macht dieser Gegenstand mich (un)glücklich?”  ist für mich ein einfacher und klarer Ansatz. Ähnliche Erfahrungen sammelte ich selbst vor einigen Jahren. Angeregt durch das Buch “Gegen den Gerümpel des Alltags” entschieden Gefühle und Assoziationen gegenüber einem Gegenstand über den weiteren Besitz.

Das Prinzip lässt sich auch auf geplante oder spontane Neuanschaffungen zu übertragen:

“Fühlt sich es gut und richtig an, wenn ich mir den neuen Gegenstand zuhause vorstelle?”, “Welches Gefühl löst er aus, wenn ich ihn sehe oder nutze?” Die Überprüfung im Geschäft fällt in der Regel eher zugunsten der Anschaffung aus. Im Geschäft gibt es viele bewusst und unbewusst wahrgenommene Mechanismen, die in Richtung “Kaufen” drängen.  Deshalb ist eine Überprüfung  des Neuerwerbs nach einiger Zeit nützlich.  Zugegeben, das Risiko sich einen Fehlkauf eingestehen zu müssen, existiert und verunsichert. Um so schöner ist es aber, hinterher bewusst festzustellen, wenn der Einkauf richtig war.

Im Stil von Dörte Giebels Jahresbilanz stelle ich hier drei Dinge vor, deren Neukauf im Jahr 2014 mein Leben verbessert hat:

  1. Das neue Bett. Jeden Abend wird bewusst, wie angenehmer, bequemer und gesünder das neue Bett ist.
  2. Der Werkzeugwagen.  Jedesmal beim Suchen eines Werkzeuges fühle ich Erleichterung und Zufriedenheit. Es gibt kein nerviges Suchen an verschiedenen Orten mehr. Und das Fassungsvermögen des Wagens begrenzt die Menge des Werkzeuges.
  3. Die neue Spiegelreflexkamera. Die technischen Hindernisse zu Beginn verblassen angesichts der Freude über viele gelungene Fotografien, die mit der alten Kamera nicht möglich gewesen wären.

Ja, Fehlkäufe gab es auch. Die zähle ich hier aber nicht auf.